Spirituelle Partnerschaft: Will ich mehr von Dir, als Du mir geben kannst?

Spirituelle Partnerschaft: Will ich mehr von Dir, als Du mir geben kannst?

Die meisten Paare machen den Fehler vom Partner zu erwarten, dass dieser zum eigenen Lebensziel „mitgeht“, ohne überhaupt kommuniziert zu haben oder sich oft genug selbst nicht einmal bewusst zu sein, WAS das eigene Lebensziel eigentlich ist!

Kinder großzuziehen oder ein eigenes Haus zu besitzen und den Alltag gemeinsam zu bewältigen ist KEIN Lebensziel, sondern es wären äußere Umstände, die das Erreichen des Lebensziels erst möglich macht oder erschwert, je nachdem, um welches persönliche Lebensziel es sich handelt.

Mangels Kenntnis über das eigene Herzensanliegen, kann ein solch unbewusstes Verlangen „der Partner soll mir beim Erreichen meines Lebensziels helfen, damit ich glücklich bin“ nur im Frust landen.

Ein Lebensziel ist mehr, als gemeinsame Interessen zu pflegen! Und auch mehr als „Kuscheln/Intimität“.

Ein Lebensziel ist niemals nur ein flüchtiges Gefühl von „glücklich sein“ – sondern Glück ist das „Erkennungsgefühl“ auf dem Weg zur Erfüllung des eigenen Lebenssinns unterwegs zu sein.

Gemeinsam durch’s Leben gehen

Diese Aufgabe ist vielfältig. Hier unterscheidet man „Gleich und gleich gesellt sich gern“, also eine Partnerschaft die auf der Basis gemeinsamer Interessen aufbaut oder auf der Variante „Gegensätze ziehen sich an“.

Im Letzteren geht darum, sich gegenseitig zu ergänzen (also nicht dasselbe zu leben, sondern die Erfahrungen, welche dem Partner fehlen, einzubringen). Das bedeutet: man versteht sich nicht (weil man nicht nachvollziehen kann, was der Partner jeweils in seiner Erfahrungswelt erlebt hat). Nach dem Prinzip: Du Sonne, ich Mond. Nicht sind beide Sonne oder Mond. Die Verbindung, nicht Verschmelzung, ist die gegenseitige Ergänzung und Unterstützung auf dem gemeinsamen Lebensweg.

Seelenpartner ergänzen sich in der spirituellen Entwicklung. Ergänzung bedeutet: der Partner verfügt über Erfahrungen und geistiges Wissen (aus diesem oder vorangegangenen Leben), die einem selbst fehlen. Er handelt und spricht aus dieser, seiner Erfahrungswelt und seinem individuellen Blickwinkel. Dies kann fremdartig erscheinen, so unerreichbar fern und ist doch so anziehend. Missverständnisse sind an der Tagesordnung. Spirituelle Partnerschaft ist eine Herausforderung. Aber erkannte gegenseitige Entwicklungsimpulse ermöglichen über den eigenen Horizont hinauszuwachsen: denn Seelenpartner haben eine gemeinsame Aufgabe zu erfüllen, die nicht im „sich glücklich“ machen liegt. Woran erkennen Sie eine spirituelle Partnerschaft?

Wie können Sie gemeinsam spirituell wachsen?

Es braucht viel gemeinsame Zeit, um sich dem Partner mitzuteilen, zu erklären, ihn Anteil-nehmen-zu-lassen am eigenen Leben – und gleichzeitig dessen andere Art zu akzeptieren und sich gegenseitig Verständnis, Zuwendung und Unterstützung geben auf dem Weg zum jeweils individuellen Lebensziel – das gibt einer Partnerschaft einen tiefen Sinn und trägt durch „gute und schlechte Tage“ hindurch.

Voraussetzung: Respekt und Achtung vor den Bemühungen des jeweiligen Partners, diese Ergänzung in die Beziehung einzubringen – eine Arbeitsteilung sozusagen. Der spirituelle Aspekt dabei: jeder der beiden Partner braucht nicht ALLE menschlichen Aspekte in sich selbst vollständig zu erfüllen, sondern nur den Teil, den man in die Partnerschaft einbringt. Der andere Teil wird ergänzend vom Partner vervollständigt. Jedem fehlt also etwas und nur zusammen wird es ein Ganzes.

Im Falle einer Trennung ist jeder wieder aufgefordert vom Leben selbst, das bisher ungeübte, fehlende, was der Partner übernommen hatte, zu lernen und ggf. abzutragen.

Die spirituelle Gemeinschaft vs. normaler Ehe

Eine spirituelle Ehe ist eine von einem Meister gesegnete Gemeinschaft, die diese Arbeitsteilung zugunsten von beiden nach den alten Gesetzen verantwortlich übernimmt, damit beide am Ende des Lebens die Vervollständigung/Befreiung/Moksha womöglich eher erreichen, als einer allein. Die geistigen Regeln aufgrund der festgelegten Ordnung einer solchen Partnerschaft und auch die Rollenverteilung, die zu diesem Lebensziel führen kann, ist überliefert. Doch einfacher wird es dadurch nicht. Jeder der Partner wird durch die jeweiligen Lernschritte und auferlegten karmischen Bürden auf seiner Themen-Seite auch für die des Partners hindurch gehen müssen. Doch letztlich lohnt dies aufgrund einer enormen Entwicklungszeit-Ersparnis und der Segen des Selbst erfüllt schließlich beide.