Lebensaufgabe oder Seelenauftrag?

Der Ruf hinter der Verletzlichkeit des Herzens

Lebensaufgabe oder Seelenauftrag?

Die Lebensaufgabe

ist die emotionale Erfüllung für die Persönlichkeit, mein Platz im Leben, die Erfüllung meiner Träume und die Antwort auf meine innewohnenden Fähigkeiten. Die Lebensaufgabe passt, wie ein Kleid, ist trotzdem wandelbar und wächst mit mir mit. Die Lebensaufgabe ist kein bestimmter Beruf, sondern tatsächlich ein innerer Impuls – etwas, was wir unser ganzes Leben bereits gemacht haben, etwas, was unsere Haltung zum Leben beschreibt. Etwas, was uns selbstverständlich vorkommt und leicht fällt. So etwas, wie: „ich bringe Ideen in die Welt“ oder „ich setze Ideen um in der Welt“ oder „ich bringe Ordnung“ oder „ich bin eine kommunikative Brücke zwischen den Menschen und vermittele“. Die Lebensaufgabe kann man in jedem Beruf erfüllen und umsetzen. Die Lebensaufgabe ausüben zu können, macht die Person glücklich.

Die Seelenaufgabe

geht weit darüber hinaus. Die Seele kümmert nicht, dass die Persönlichkeit nicht die Befriedigung findet, wenn sie sich entfalten kann. Die Seele weiß, nur wenn sie den göttlichen Auftrag erfüllt, an den Platz gestellt wird, den der Schöpfer für sie vorgesehen hat, dann wird sie sich leicht fühlen und fliegen. Sie wird dann das stille kosmische Glück empfinden und darin ruhen können. Der Preis dafür ist allerdings, dass die Persönlichkeit mit ihren Wünschen und Vorstellungen, mit ihren Bedürfnissen und ihrem Kontrollzwang aus dem Weg geht. Welches Ich möchte schon freiwillig aus dem Weg gehen? Welche Persönlichkeit wird die weltlichen Ziele aufgeben wollen, um im Hier und Jetzt – ohne Garantien und Sicherheit – die Impulse der Göttlichkeit walten zu lassen? Selbst die Personen, die ehrlichen Herzens kommen und diesen Wunsch und diese Hingabe ernst meinen und bejahen, selbst diese können sich am Anfang des Weges, ja noch in der Mitte des Weges, nicht vorstellen, wie es sein könnte, sich selbst und sein Leben in den Dienst des göttlichen Seins zu stellen. Denn das bedeutet ja, sich aufgeben – nicht sich finden (von der Person aus gesehen). Aber sich aufgeben ist das eigentliche „sich finden“ – die Seele wird gefunden, das Selbst findet sich. Und von diesem Augenblick an, ist alles anders.

Die Bedeutung der Welt zu dienen und dem eigenen Verlangen einen Platz darin zu haben, fällt von einem ab. Man entdeckt, dass man eine innere Führung hat, die ein tiefes Getragen sein außerhalb der Kontrolle ermöglicht. Sicherheit ist nicht mehr notwendig, da sich tiefstes Vertrauen einstellt. Nicht ist die Persönlichkeit befriedigt, sondern die Seele hat mit sich Frieden finden können. Oh, welch ein Zustand von Freiheit und Unabhängigkeit. Aus Freiwilligkeit heraus nun dienen zu können… Hingabe stellt sich ein, nicht wird sie erlernt. Und die Aufgabe erfüllt nun plötzlich die Seele und die Person dient ihr – und nicht umgekehrt.

Viola Schmidt

Dalai Lama:   „Jeder muss verstehen lernen, dass einjeder sein eigenes Leiden oft unnötigerweise selbst verursacht. Doch jeder sucht in seinem Leben nach Gründen dafür. Die Suche allein gründet sich bereits auf das innere Vertrauen in die eigene Fähigkeit, das Leiden zu beenden. Wodurch in jedem die Zuversicht entsteht, einen Weg zum Frieden zu finden. Wer der wahren Suche des Herzens folgt, wird Glück finden und schließlich sein wahres Selbst.“