Horror, Albträume, Traumen, Schock, Panik, Angst und Schmerz

Wie meditiere ich mit diesen elementaren Kräften, die die Gefühle nun mal sind?

Horror, Albträume, Traumen, Schock, Panik, Angst und Schmerz

Diese Gefühle sind sicherlich – neben Glückseligkeit und intensivstem Licht – die stärksten Kräfte, die uns begegnen können. Weil wir intensive Liebe, Glück und Licht suchen und auch hin und wieder erleben, wird die Schattenseite des Lichtes ebenso in unsere Wahrnehmung drängen und integriert werden wollen.

Wichtig ist zu wissen: man hat alles richtig gemacht und dass solche tiefen (meist bisher verdrängten, weil schwierigen) Emotionen hochkommen ist als Lob anzusehen, denn dann ist das Unterbewusstsein und das körpereigene Nervensystem stark genug geworden, diese Gefühle und Erfahrungen zu verarbeiten.

 

Oft sind es Fragmente aus eigenen Erlebnissen, sei es aus diesem oder einem früheren Leben, die nun wahrgenommen und vor allem verstanden und deshalb losgelassen werden können. Das „Weg-haben-wollen“ ist verständlich, aber ein weit verbreiteter Irrtum. Erst wenn wir wirklich, wirklich auch dies verstanden und erkannt haben, wie uns die o.g. Emotionen dienen, fällt dieser Lernschritt und damit mit diesen Gefühle als Herausforderung konfrontiert zu werden weg. Auch wenn der Einstieg meist über eigene Erlebnisse geht, so dehnt es sich mit wachsenden spirituellen Fähigkeiten und größerem Herzen immer weiter aus – auch namenlose, unpersönliche Ängste, Schmerzen usw. können dann verarbeitet und losgelassen werden.

Wie kann ich mich diesen Gefühlen meditativ zuwenden?

  1. Wenn alles in Dir zurück zuckt und sich wehrt, dann gilt es zunächst die Widerstände anzuerkennen und zuzulassen – aber sitzen zu bleiben. Also nicht: Widerstand gegen den Widerstand. Verstehe zutiefst, dass Du diese Gefühle nicht haben möchtest. Das wäre doch sehr verständlich und menschlich. Habe Mitgefühl mit Dir selbst.
  2. Beginne zu akzeptieren, dass Du keinerlei Rechte hast. Weder ein Recht auf ein gutes Leben, noch darauf glücklich zu sein, weder darauf ein guter Mensch zu sein, noch darauf eine Arbeit zu haben, die Dich innerlich nährt, noch auf gute Partnerschaft oder angenehme Lebensumstände und respektvoller Umgang mit Dir und Deinen Gefühlen bzw. Grenzen. Du hast gar kein Recht – auf gar nichts. Alles ist von Gott gegeben und kann von ihm in der Form gegeben werden, wie es nötig bzw. Dir zuträglich ist oder wie es ihm gefällt.
  3. Nimm den Beobachter von all dem wahr – denn das bist tatsächlich in Wahrheit Du selbst. Du bist weder der Körper, der Schmerzen hat, noch die Psyche, die Angst hat. Wer nimmt das alles wahr? Und wo befindet sich der Beobachter?
  4. Warum wird Dir das zugemutet? Warum zeigt es sich so, in dieser Form und in diesem Augenblick für Dich? Was könnte dadurch entdeckt werden, gelernt werden?

Feinstoffliche Dimensionen sind gewaltig und riesig in ihrem Erleben; hinsichtlich Licht und Glück – aber auch im Gegenstück. Je höher man also auch schwingt und sich entwickelt hat, desto grösser die Aufgabe, auch für die ganze Welt, das ganze Universum die Schattenseiten in sich auszubalancieren, auszugleichen, zu heilen. Und damit auch auszuhalten! Man lernt letztlich auch, dass die gewaltigen Kräfte und mächtigen Gefühle stärker sind, als der Eigenwille. Vielleicht macht dies auch neugierig, sich nicht dagegen zu wehren, sondern die Kraft an sich zu erforschen. Was ist das für eine Kraft, wo kommt sie her? Wo ist ihre göttliche Urquelle?

Welcher Sinn vermittelt sich daraus?

  • Ein tiefes Verständnis und Mitgefühl für alle Wesen, denen es genauso geht.
  • Eine Hingabe, die die gewaltigen Mächte der Kräfte zutiefst erkennt und annimmt, da es ordnende Kräfte sind und diese nur aus karmischer Sicht das ausgleichen, was uns auf unserem Lebensweg dient und uns selbst und der Wahrheit näher bringt.
  • Man entdeckt, dass alles Wollen, alle Handlungen, die dem Ego-Ich entspringen (Schutzreflexe, Verdrängung, Selbst-Verleugnung etc.) vor dieser gewaltigen Kraft zerschellt. Dort erst – in der tiefsten Verzweiflung – ist das Ich bereit aufzugeben. Freiwillig tut es das nicht. Ja, es ist ein Weg durch die Hölle. Aber sie ist das Tor zur Befreiung.

Man kann die Angst nur verstehen, nicht besiegen.
Osho